Übergreifende Fragen

In diesem Projektteil erfolgt eine Analyse der Rahmenbedingungen für die Anwendung von erneuerbaren Energien und der instrumentellen Möglichkeiten von Herkunftsnachweisen. Dies beinhaltet unter anderem die Betrachtung der regulatorischen Neuerungen und Herausforderungen im Rahmen der nationalen Umsetzung der Erneuerbare-Energien Richtlinie der EU (EE-RL). Um einen möglichst umfassenden Einblick zu erhalten, konzentriert sich die Recherche auf folgende fünf Bereiche:

1. Bestehende Nachweissysteme, zukünftige Möglichkeiten und rechtlicher Rahmen

Neben Herkunftsnachweissystemen bestehen weitere Arten von Nachweissystemen mit verschiedenen Anwendungsfeldern, z.B. zum Nachweis von stofflichen Eigenschaften oder physischen Lieferbeziehungen. In diesem Teil werden unter anderem die verschiedenen Arten von Nachweisformen und deren Funktionen bzw. Zwecke dargestellt. Zudem wird ihre mögliche Verknüpfung mit der physischen, kaufmännischen oder bilanziellen Lieferung von Energiemengen zwischen den Akteuren untersucht.

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2. Zweck und instrumentelle Leistungsfähigkeit von HKN

Die umfassende Umsetzung der Energiewende wird nur durch einen Instrumentenmix möglich sein. Neben der Analyse der aktuellen Rechtslage ist es daher auch erforderlich, die verschiedenen Zielsetzungen für den Einsatz von HKN und ihre Konflikte untereinander herauszuarbeiten. Dies betrifft insbesondere das Spannungsfeld zwischen Verbraucherschutz und dem Ziel einer möglichst kosteneffizienten, grenzüberschreitenden Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien.

Ein weiterer Themenbereich ist das Zusammenspiel zwischen HKN und weiteren energiepolitischen Instrumenten, z.B. mit anderen EE-Förderinstrumenten, dem EU-Emmissionshandel (ETS) oder im Zusammenhang mit ordnungsrechtlichen Anforderungen. Ziel dieser Untersuchung ist es, Chancen und Grenzen für eine solche Erweiterung der instrumentellen Leistungsfähigkeit von HKN aufzuzeigen.

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3. Die zusätzliche Wirkung auf den Klimaschutz

Industrieunternehmen haben viele Möglichkeiten, durch ihr Handeln Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen, insbesondere in Bezug auf ihren Energieverbrauch. Neben verpflichtenden Instrumenten kommt dafür auch die freiwillige Verwendung von Herkunftsnachweisen in Frage. Die Fragestellung, inwieweit das aktuelle Strom-HKN-System neben der Verbraucherschutz-Funktion auch einen Beitrag zur Energiewende leisten kann, ist bereits umfassend untersucht. Auf dieser Grundlage folgt als Teil des Projekts eine Analyse, inwieweit die Erkenntnisse auf andere Sektoren übertragen werden können. Damit soll eine Grundlage für die Anwender geschaffen werden, um eine Unterscheidung zwischen Produkten auf Basis der bloßen grünen Eigenschaft und Produkten mit zusätzlicher nachgewiesener Klimaschutzwirkung treffen zu können.

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4. Schnittstellen zu anderen Sektoren

Herkunftsnachweissysteme haben verschiedene Schnittstellen zu anderen Systemen. So sind sie beispielsweise europaweit handelbar oder weisen Anknüpfungspunkte mit den Nachweissystemen zur Massenbilanzierung oder Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff auf. Auch potenzielle Schnittstellen von HKN-Systemen verschiedener Energieformen (z.B. Strom und Gas) spielt dabei eine Rolle, denn besonders in der Industrie werden Power-to-X-Anwendungen immer relevanter.

Diese Schnittstellen gilt es zu analysieren, um etwaige Inkompatibilitäten zu vermeiden und Transferkosten zu minimieren. Fraglich ist dabei, ob und wie eine zuverlässige Übertragung der „grünen Eigenschaft“ zwischen den jeweiligen Energieformen und Infrastrukturen gewährleistet werden kann. Daher ist eine genaue Analyse zu den Ausgestaltungsmöglichkeiten der Schnittstellen und der potenziellen HKN-Konversionsoptionen zwischen den Sektoren ein wesentlicher Teil dieses Arbeitspakets.

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5. HKN-Register: Neue Anwendungsgebiete und Transaktionskosten

Abschließend soll außerdem untersucht werden, inwiefern die vom Umweltbundesamt betriebenen Herkunfts- und Regionalnachweisregister für Strom auf andere Formen der erneuerbaren Energien angewandt werden können. Die für das Projekt betriebene Recherche gibt ebenfalls einen Ausblick auf die Frage, inwieweit digitale Prozesse, wie z.B. Blockchain-Technologien und digitale Messstellen Anwendung finden können. Dies kann ein wesentliches Kriterium für sektorenübergreifende EE-Nachweise, für deren Transaktionskosten und für die korrekte Weitergabe und Bilanzierung sein.

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Weitere Themen

Projekt

Im Fokus des Projekts “GO4Industry” steht die praktische Anwendbarkeit des erweiterten Einsatzbereichs von Herkunftsnachweisen. Industriebetriebe sollen befähigt werden, die Energiewende aus eigener Verantwortung heraus voranzutreiben und dadurch ihre Prozesse klimafreundlicher und nachfrageorientierter zu gestalten.

Anwendung in der Industrie

Klimaschutzaspekte werden zunehmend integraler Bestandteil von unternehmerischen Entscheidungen in der Industrie sowie bei deren Kunden. Dieser Projektabschnitt soll aufzeigen, wie Unternehmen mittels HKN-basierter Nachweiskonzepte für verschiedene Anwendungsfälle den Ansprüchen einer klimaneutralen Produktion bzw. Lieferkette gerecht werden können.

Spezifische Energieformen

Dieser Teil des Projekts befasst sich mit den besonderen Herausforderungen bei der Einführung bzw. Weiterentwicklung von EE-Nachweissystemen für die Energieformen Strom, Gase, Wärme/Kälte und flüssige Brennstoffe.

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